Zwischen Hausaufgaben, Training und Netflix? Mit diesen Tipps behältst du den Überblick.
Warum Zeitmanagement in der Schulzeit so wichtig ist
Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Schule bis 15 Uhr, danach Hausaufgaben, Training und vielleicht noch Musikunterricht. Zwischendrin: WhatsApp, TikTok, Freunde treffen, irgendwas essen. Und irgendwann spätabends geht es ins Bett. So sieht der Alltag vieler Jugendlicher aus. Kein Wunder, dass der Kopf irgendwann voll ist.
Gerade in der Schulzeit unterschätzen viele, wie viel eigentlich jeden Tag zu tun ist. Wer schon früh als Schüler:in lernt, sich gut zu organisieren, profitiert davon sein ganzes Leben lang und hat es später in der Ausbildung, im Studium und im Job deutlich leichter.
Inhaltsverzeichnis
Ohne gutes Zeitmanagement passiert oft das hier:
Die Bioklausur steht an. Dieses Mal nimmst du dir vor, früher mit dem Lernen anzufangen. Aber dann sitzt du doch erst am Abend vor der Klassenarbeit am Schreibtisch. Wie schon so viele Male zuvor. Die Hausaufgaben für Mathe? Hattest du vergessen. Und der Geburtstag deines besten Kumpels? Auch durchgerutscht.
Deine Eltern sind genervt, weil du scheinbar alles auf den letzten Drücker machst. Du selbst bist gestresst, kommst kaum hinterher mit dem, was du erledigen musst und hast ständig das Gefühl, nicht genug zu schaffen.
Mein Tipp: Mit ein bisschen Struktur und den richtigen Tricks kannst du dir den Alltag viel leichter machen und hast am Ende sogar mehr Zeit für das, was dir Spaß macht.
Der Alltag jugendlicher Schüler:innen: ganz schön viel auf einmal
Wenn Erwachsene den Alltag ihrer Kinder beschreiben müssten, glauben viele: „Die haben doch nur Schule.“ Aber in der Realität ist es oft komplexer, denn Jugendliche jonglieren täglich mit verschiedenen Rollen.
Da ist die Schule, der Freundeskreis, vielleicht ein Ehrenamt, ein Sportverein, Musikunterricht, Nachhilfe, Familienzeit. Und irgendwo dazwischen soll auch Zeit zum Nichtstun hineinpassen. Wenn der Alltag so voll ist, fehlt of Struktur, nicht Motivation.
Mach den Mini-Test: Wo verlierst du täglich Zeit?
- Scrollst du morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Einschlafen lange am Handy?
- Fängst du Hausaufgaben an, machst aber zwischendurch 10 andere Sachen?
- Suchst du oft Zettel, Termine oder Materialien?
Wenn du bei zwei oder mehr Punkten innerlich genickt hast: Willkommen im Club. Du bist nicht allein. Aber das Gute ist: Zeitmanagement ist kein Zaubertrick, sondern etwas, das du lernen und Schritt für Schritt in deinen Alltag einbauen kannst.
Wie du deinen Alltag organisierst, ohne dich zu verlieren: 7 erprobte Zeitmanagement-Tipps für Schüler:innen
Lina (14) kommt nach der Schule nach Hause, wirft ihren Rucksack in die Ecke und sinkt aufs Bett. Sie wollte eigentlich für die Bioarbeit lernen, aber jetzt ist sie müde. Kaum hat sie sich hingelegt, ruft eine Freundin an. Am Nachmittag ist noch Training. Am Abend fragt die Mutter genervt, ob die Hausaufgaben fertig sind und Lina fühlt sich überfordert und gestresst.
Was Lina erlebt, geht vielen Jugendlichen so: Schule, Training, Hobbys, Freundschaften, Social Media. Dazwischen ist immer das Gefühl, nie wirklich fertig zu sein. Aber: Mit ein bisschen Struktur wird’s leichter. Kein Tag ist perfekt, aber du kannst lernen, den Überblick zu behalten.
Hier sind 7 alltagstaugliche Strategien, die wirklich helfen:
1. Plane feste Zeiten für Schule, Freizeit & Hobbys.
Denke deine Woche wie ein kleines Projekt, das du planst.
- Wann bist du in der Schule?
- Wann ist Training?
- Wann möchtest du einfach entspannen oder zocken?
- Wann sind geplante Klausuren oder Referatstermine?
Wenn du feste Zeiten hast, brauchst du nicht ständig alles im Kopf zu jonglieren. Das macht ruhiger und zufriedener.
So könnte ein gut geplanter Schultag aussehen:
07:00 – 08:00 Uhr: Aufstehen, frühstücken, fertig machen
08:00 – 15:00 Uhr: Schule (inkl. Mittagspause)
15:00 – 15:30 Uhr: Durchatmen, Pause, Snack
15:30 – 16:30 Uhr: Hausaufgaben oder Lernen
16:30 – 18:00 Uhr: Hobby oder Sporttraining
18:00 – 19:00 Uhr: Abendessen & chillen
19:00 – 19:30 Uhr: Letzte Aufgaben checken, Tasche packen
19:30 – 21:00 Uhr: Freizeit: Handy, Serien, Freunde, Musikmachen
21:00 – 22:00 Uhr: Runterkommen, Handy weg, Schlafenszeit
Natürlich ist jeder Tag anders, aber feste Lern- und Freizeitblöcke geben dir Struktur. Du weißt, wann du was machst und musst nicht ständig alles neu entscheiden. Das entlastet.
Tipp: Plane dir Pufferzeiten ein (z. B. zwischen Schule und Lernen). So bleibt dein Tag flexibel, ohne dass es chaotisch wird, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft.
2. Nutze einen Wochen- oder Tagesplan.
Klingt langweilig? Vielleicht. Aber ein Wochenplan ist ein echter Wendepunkt, denn er ordnet deine Aufgaben und Gedanken und zeigt dir, wieviel du wirklich in einer Woche schaffst (und wann Schluss ist). Du kannst dafür eine App nutzen oder ganz klassisch Zettel & Stift.
Wichtig ist: Schreib alles auf, auch deine Freizeittermine. So siehst du schnell, ob du zu viel auf einmal willst oder ob noch Platz für dich bleibt.
So kannst du ganz einfach einen Wochenplan erstellen:
- Digital: Nutze den Handykalender oder Apps wie Notion, Google Kalender oder TimeTree. Vorteil: Du bekommst Erinnerungen und kannst spontan umplanen.
- Analog: Nimm einen Wochenplan zum Ausdrucken oder ein einfaches Notizbuch. Vorteil: Kein Handy = keine Ablenkung.
Mein Tipp: Du kannst deine Woche erst grob in ein Notizbuch schreiben und dann die festen Zeiten digital in der App oder im Handykalender festhalten. So behältst du den Überblick und bleibst flexibel.
Beispiel: So sieht ein einfacher Wochenplan aus:
| Uhrzeit | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7:00–8:00 | Aufstehen & Frühstück | Aufstehen & Frühstück | Aufstehen & Frühstück | Aufstehen & Frühstück | Aufstehen & Frühstück | Ausschlafen & Frühstück | Ausschlafen & Frühstück |
| 8:00–13:00 | Schule | Schule | Schule | Schule | Schule | Frei / Sport / Hobbys | Frei |
| 13:00–14:00 | Mittagessen & Pause | Mittagessen & Pause | Mittagessen & Pause | Mittagessen & Pause | Mittagessen & Pause | Mittagessen | Mittagessen |
| 14:00–15:30 | Hausaufgaben / Lernen | Hausaufgaben / Lernen | Hausaufgaben / Lernen | Hausaufgaben / Lernen | Hausaufgaben / Lernen | Freizeit / Projekte | Wochenplanung / Lernen |
| 15:30–17:00 | Sport / Hobbys / Freunde | Sport / Hobbys / Freunde | Sport / Hobbys / Freunde | Sport / Hobbys / Freunde | Sport / Hobbys / Freunde | Freunde / Chillen | Familie / Freunde |
| 17:00–18:00 | Handy / Pause / Freizeit | Handy / Pause / Freizeit | Handy / Pause / Freizeit | Handy / Pause / Freizeit | Handy / Pause / Freizeit | Lesen / Serie | Lesen / Serie |
| 18:00–19:00 | Abendessen | Abendessen | Abendessen | Abendessen | Abendessen | Abendessen | Abendessen |
| ab 19:00 | Runterkommen & Schlafen | Runterkommen & Schlafen | Runterkommen & Schlafen | Runterkommen & Schlafen | Runterkommen & Schlafen | Serien / Me-Time | Me-Time & früh schlafen |
Tipp:
- Nimm dir sonntags 15 Minuten Zeit, um die neue Woche zu planen.
Frag dich:
- Was steht in der Schule an?
- Wann hab ich Training oder Musikunterricht?
- Welche Termine darf ich nicht vergessen?
- Wann habe ich mal Zeit für mich?
Und ja, auch „auf dem Bett liegen und nix tun“ sollte im Plan stehen. Denn echte Pausen gehören zum Zeitmanagement genauso dazu wie Lernzeiten.
3. Erkenne deine Zeitfresser
Kennst du das? Du wolltest „nur kurz“ aufs Handy schauen, und plötzlich ist eine ganze Stunde weg. TikTok, Insta, YouTube: Diese Apps sind zwar unterhaltsam, aber echte Zeiträuber. Und vielleicht fühlst du dich danach gar nicht gut, sondern eher ausgelaugt oder müde? Damit bist du nicht allein.
Tipp: Tracke mal einen Tag lang ganz ehrlich, wie viel Zeit du wirklich am Handy verbringst. Die meisten Smartphones zeigen dir deine Bildschirmzeit an. Schau dir die Zahlen an, ohne dich schlecht zu fühlen. Es geht nur darum, einmal ehrlich draufzuschauen.
Hilfreiche Apps:
- Forest: Wenn du dein Handy nicht benutzt, wächst in der App ein virtueller Baum. Je fokussierter du bleibst und die Finger vom Handy lässt, desto mehr wächst dein Wald.
- Toggl: Tracke deine Zeit für verschiedene Aufgaben auf die Sekunde genau und finde heraus, wie lange du für welche Projekte brauchst.
Lust auf eine Challenge?
Schaffst du es, für 2 Stunden das Handy in den Flugmodus zu schalten und stattdessen einfach nur zu lernen oder etwas für dich zu tun?
4. Bau dir Pufferzeiten ein
Ein vollgestopfter Stundenplan klingt vielleicht produktiv, aber dein Gehirn und dein Körper brauchen Pausen. Ohne Erholung wirst du unkonzentriert, müde und genervt.
Beispiel:
Nach einem langen Schultag brauchst du dich nicht sofort zu Hause an den Schreibtisch zu setzen und Hausaufgaben zu machen. Sag dir bewusst: „Ich nehme mir 30 Minuten nur für mich.“ Was du in dieser Zeit machst, ist dir überlassen. Mach das, was dir gut tut: Musik hören, aufs Bett legen, rausgehen, duschen, schlafen. Alles ist erlaubt.
Mein Tipp: Plane deine Woche mit „Luft zum Atmen“. Notiere in deinem Wochenplan bewusst kleine Pausen. Zum Beispiel:
- Nachmittags 30 Minuten Pause vor den Hausaufgaben
- Am Wochenende 2 Stunden „Nur-ich-Zeit“ ohne Termine
Solche Pufferzeiten helfen dir, besser mit Stress umzugehen und verhindern, dass du ausbrennst oder dich gestresst fühlst, wenn doch mal etwas Unvorhergesehenes passiert.
5. Setze klare Prioritäten mit der 3×3-Methode
Wenn du zu viele Dinge gleichzeitig im Kopf hast, bist du nicht mehr fokussiert. Das hat den Nachteil, dass du ganz viele Sachen parallel machst, weil gefühlt alles gleich wichtig ist. Aber am Ende hast du nichts wirklich zu Ende gebracht und fühlst dich dann vielleicht sogar noch schlecht damit. Das muss nicht sein. Mit der 3×3-Methode klärst du für dich, was deine 3 wichtigsten Aufgaben sind, die du unbedingt erledigen musst/willst.
So geht’s:
Jeden Abend: Notiere 3 Dinge, die du am nächsten Tag auf jeden Fall schaffen willst. Nicht 10. Drei.
Jeden Sonntagabend: Überleg dir: Was sind meine 3 wichtigsten Themen oder To-dos für die kommende Woche?
Beispiel:
- Montag: 1. Vokabeln wiederholen, 2. Sporttasche packen, 3. Oma anrufen
- Woche: 1. Deutsch-Referat vorbereiten, 2. Fußballtraining durchziehen, 3. Geburtstag für Freundin planen
Tipp: Hake die Aufgaben ab, sobald du sie erledigt hast. Das motiviert und gibt dir ein gutes Gefühl. Und falls du mal etwas nicht schaffst: Kein Stress. Dann kommt die Aufgabe auf die Liste für den nächsten Tag oder die nächste Woche.
6. Nutze Lern-Sprints statt Lern-Marathon
Lernen muss nicht stundenlang dauern. Im Gegenteil: Je länger du dich zwingst, still zu sitzen, desto weniger kommt am Ende dabei rum. Probiere doch mal aus, deine Lernphasen in „kleine Häppchen“ aufzuteilen. Genau das machst du mit der Pomodoro-Technik. Alles, was du dafür brauchst, ist eine Eieruhr oder ein Handywecker.
So funktioniert die Pomodoro-Technik:
- Stell die Eieruhr oder den Handywecker auf 25 Minuten. Jede 25 Minuten ist ein „Pomodoro“.
- Fange jetzt konzentriert an zu arbeiten, ohne Handy und ohne Ablenkung.
- Sobald der Wecker klingelt: Mach 5 Minuten Pause und stell den Wecker auf die nächsten 25 Minuten ein.
- Nach 4 Pomodoros machst du eine längere Pause (15–30 Minuten).
Beispiel:
Du nimmst dir vor, Mathe zu lernen. Stell dir einen Timer auf 25 Minuten. In der Zeit konzentrierst du dich nur auf Mathe. Danach: Pause machen, einmal kurz lüften, vielleicht etwas trinken oder einen Apfel essen.
Diese Übung klingt einfach, aber hilft enorm, dich zu fokussieren. Du wirst merken, dass du viel konzentrierter bist und dich danach besser fühlst.
7. Hol dir Hilfe
Du musst nicht alles allein schaffen. Manchmal reicht ein Gespräch, um den Kopf zu sortieren. Und vor allem: Du musst es nicht perfekt machen! Setz dich nicht unter Druck, sondern versuch dir zu sagen: „Ich plane, weil mir das gut tut. Und das muss nicht perfekt sein. Die Hauptsache ist, dass ich dranbleibe.“ Und wenn du mal gar nicht weiterkommst, ist das überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil, so geht es auch anderen in deinem Alter. Hol dir einfach Unterstützung.
Beispiel: Frag eine Freundin:
„Wie machst du das eigentlich mit Schule und Sport? Ich komm grad kaum hinterher. Hast du einen Tipp für mich?“
Oder sag deinen Eltern ehrlich:
„Ich fühl mich gerade überfordert. Können wir mal zusammen auf meinen Wochenplan schauen?“
Sprich auch mal mit deinen Coaches, Lehrer:innen oder großen Geschwistern. Jeder von ihnen hat unterschiedliche Erfahrungswerte und alle können gute Ansprechpartner:innen für dich sein.
Wichtig: Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du andere um Rat fragst. Im Gegenteil: Es zeigt, dass du dich mit dem, was dir wichtig ist, auseinandersetzt. Und das ist ein Zeichen von Reife. Denn wer offen darüber spricht, findet oft schneller eine Lösung.
Zeitmanagement für junge Sportler
Du machst Leistungssport und hast drei- bis viermal die Woche Training? Oder du stehst kurz vor einem Wettkampf? Dann weißt du, wie anstrengend es sein kann, Schule, Sport, Hobbys und vor allem Erholung unter einen Hut zu bringen.
Wichtig: Wenn du viel Sport machst und häufig trainierst, sind Pausen genauso wichtig wie Trainingseinheiten. Dein Körper und dein Kopf funktionieren nur zusammen als Team gut.
Beispiel:
Du hast am Montag sechs Schulstunden gehabt, eine Matheklausur geschrieben und möchtest dann eine Stunde Ausdauerlauf machen? Das klingt schon beim Lesen anstrengend, oder? Versuche mal, einen solchen Tag bewusster zu planen, z.B.
- Montag: Schule/Mathearbeit – leichtes Training – früher Feierabend
- Mittwoch: Schule – Haupttraining – abends nichts mehr
- Freitag: Schule – freie Zeit für Freund:innen oder einfach mal nichts tun
Tipp: Trage dir verbindliche Pausenzeiten in deinen Wochenplan ein. Sie sind genauso wichtig, wie feste Trainingszeiten. Du wirst sehen, du fühlst dich nicht nur körperlich fitter, sondern bist auch konzentrierter in der Schule.
Wichtig: Wenn du gute Leistung erbringen möchtest, dann geht das nicht, in dem du „immer mehr“ machst, sondern in dem du klug planst. Wenn du smart mit deiner Energie umgehst, bleibst du motiviert und hast mehr Spaß am Sport und am Leben.
Was Eltern, Lehrer:innen und Trainer:innen für ein gutes Zeitmanagement bei Schüler:innen tun können
Zeitmanagement für Schüler:innen ist nichts, was Kinder und Jugendliche einfach „können“ müssen. Es ist ein Lernprozess, genauso wie Fahrradfahren, Bruchrechnung oder Ordnung im Zimmer halten. Es braucht Vorbilder, die ihnen zeigen, wie man es richtig macht und Routinen, die dafür sorgen, das Gelernte regelmäßig umzusetzen. Genau dabei können Eltern, Lehrer:innen und Trainer:innen die Schüler:innen unterstützen.
Was Eltern tun können
Eltern sind die ersten und wichtigsten Menschen, von denen Kinder und Jugendliche lernen. Gutes Zeitmanagement darf in der Familie vorgelebt werden. Eltern sind aber auch oft die ersten, die merken: „Irgendwas läuft hier aus dem Ruder.“ Wichtig ist dann, ermutigend zu reagieren und gemeinsam für Klarheit und ein gutes Zeitmanagement zu sorgen.
- Bei der Struktur unterstützen (nicht kontrollieren): Frage lieber: „Wie willst du deine Woche planen?“ statt: „Warum hast du das schon wieder vergessen?“
- Beim Planen helfen (aber nicht alles vorgeben): Nutze den Sonntagabend, um gemeinsam mit deinem Kind auf die Woche zu schauen. Lass dein Kind selbst entscheiden, wie es seine Woche planen will und gib nur Tipps, wenn du feststellst, dass die Planung „unrealistisch“ ist. Das stärkt die Eigenverantwortung.
- Offen sprechen (statt nur zu kritisieren): Viele Jugendliche fühlen sich schnell überfordert. Frag nach, hör zu und sei da, wenn dein Kind um Hilfe bittet. Ein ruhiges Gespräch bringt oft mehr als zehn mahnende Erinnerungen.
Was Lehrer:innen tun können
Zeitmanagement ist eine wichtige Schlüsselkompetenz und hilft besonders in der Schule und beim Lernen. Manchmal reicht es schon, kurz die Perspektive zu wechseln, um Schüler:innen im Klassenzimmer mit ihrem Zeitmanagement zu unterstützen.
- Klare Aufgaben und realistische Deadlines: Eine Woche für ein Referat klingt erstmal nach viel Zeit. Es ist aber wenig, wenn gleichzeitig Klassenarbeiten, Sporttraining, Musikproben (und die Pubertät) anstehen.
- Zeitmanagement als Thema aufgreifen: Zeig deinen Schüler:innen, wie man ein Projekt richtig plant, wie man Zeitfresser erkennt oder klare Prioritäten setzt. Kleine Methoden (z. B. Pomodoro, 3×3-Methode) lassen sich gut in den Unterricht integrieren.
- Selbstwirksamkeit stärken: Trau deinen Schüler:innen etwas zu. Wer erlebt, dass er selbst gut planen kann, gewinnt Selbstvertrauen und entwickelt eigene Strategien.
Was Trainer:innen tun können
Viele Schüler:innen sind zwar hoch motiviert, kommen aber trotzdem abgekämpft und müde nachmittags beim Sporttraining an. Denn hier zeigt sich so oft, wie schnell Training, Schule und Freizeit kollidieren. Als Trainer:in kannst du hier wichtige Impulse setzen:
- Realistische Anforderungen stellen: Ein gutes Training bedeutet nicht, möglichst lang zu trainieren, sondern so effektiv wie möglich. Wenn machbar, gestalte das Training mit „flexiblen Puffern“, z.B. mal mit einem lockeren Spiel statt Konditionstraining, wenn du merkst, dass die Energie heute in der Gruppe raus ist.
- Gespräche suchen: Wenn du feststellst, dass deine Schüler:innen dauernd erschöpft sind oder regelmäßig fehlen, frag lieber einmal mehr nach: „Wie geht’s dir gerade? Kommst du klar?“
- Balance fördern: Wer viel Sport macht, muss sich auch erholen. Sprich das vor deiner Mannschaft auch immer wieder aus. Du gibst den jungen Menschen damit das wichtige Signal: „Du darfst auch mal durchatmen.“
Fazit: Wer Zeitmanagement lernt, gewinnt Zeit
Zeitmanagement klingt erstmal nach Stress, ist aber eigentlich ein echter Befreiungsschlag. Denn wer weiß, was wann dran ist, hat im Kopf endlich wieder Platz für anderes. Du musst nicht ständig alles im Blick haben oder dich fragen: „Hab ich was vergessen?“ Und das Beste: Wenn du deine Aufgaben erledigt hast, kannst du mit gutem Gewissen abschalten und einfach mal nix machen.
Das Beste am Zeitmanagement: Schon kleine Schritte helfen. Ein übersichtlicher Wochenplan, feste Zeiten zum Lernen und bewusste Pausen, in denen du einfach mal durchatmen kannst.
Fang klein an. Probier aus, was zu dir passt. Und wenn es mal nicht so läuft wie geplant, ist das nicht schlimm. Zeitmanagement soll dir helfen und dich nicht unter Druck setzen.
Die häufigsten FAQs zu Zeitmanagement für Schüler
Wie bringe ich meinem Kind Zeitmanagement bei?
Zeitmanagement ist nichts, was man einmal erklärt und dann sitzt es. Es ist ein Lernprozess, wie Fahrradfahren. Was hilft: Vorleben statt Vortragen. Wenn Eltern selbst mit Listen, Wochenplänen oder festen Zeiten arbeiten, schauen Kinder sich das ab. Wichtig ist es auch, gemeinsam zu planen. Setzt euch am Sonntagabend zusammen und schaut euch die Woche an. Lasst Fehler zu: Aus einem vergessenen Vokabeltest lernt man oft mehr als aus 10 Ermahnungen.
Welche 4 Arten des Zeitmanagements gibt es?
Es gibt verschiedene Herangehensweisen an Zeitmanagement. Die vier bekanntesten sind:
Die klassische To-do-Liste: gut für den Überblick, aber schnell unübersichtlich.
Die Eisenhower-Matrix: trennt Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit.
Die ABC-Methode: sortiert Aufgaben nach Priorität (siehe nächster Punkt).
Die Zeitbudget-Methode: du planst feste Zeitfenster für verschiedene Aufgaben (z. B. Lernen, Sport, Pause).
Nicht jede Methode passt für jede Person – ausprobieren lohnt sich.
Was ist die ABC-Methode im Zeitmanagement?
Die ABC-Methode hilft Schüler:innen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. So funktioniert’s:
A-Aufgaben: sehr wichtig und dringend, z. B. die Mathearbeit morgen.
B-Aufgaben: wichtig, aber nicht sofort, z. B. das Referat in zwei Wochen vorbereiten.
C-Aufgaben: weniger wichtig, z. B. Ordner sortieren oder das Handyhintergrundbild ändern
Der Trick: zuerst die A-Aufgaben erledigen, dann bleibt mehr Zeit für den Rest.
Wie organisiere ich mich als Schüler?
Gute Organisation beginnt mit Klarheit. Stell dir diese Fragen:
Was muss ich heute schaffen?
Wie viel Zeit habe ich wirklich?
Wo verliere ich am meisten Zeit (z. B. Scrollen auf TikTok)?
Was kann ich vorbereiten, um später weniger Stress zu haben?





